zurück Salzburger Vereinigungen

Stiftung Salzburger
Anstalt Gumbinnen


Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen
 33605 Bielefeld, Memeler Straße 35

Im ostpreußischen Gumbinnen wird im Januar 1740 durch Kabinettsorder Friedrich Wilhelms I. das Salzburger Hospital gegründet. Die ersten 40 alten und siechen Salzburger können aufgenommen werden. Daraus entsteht als eigenständige karitative Einrichtung die heute noch existierende Stiftung "Salzburger Anstalt Gumbinnen", die mehr als 200 Jahre lang bis 1945 alte und bedürftige Menschen Salzburger Herkunft betreut.
1752 wird die Salzburger Kirche neben der Anstalt gebaut, die ab 1754 benutzt wird. Dieses Kirchengebäude muss 1838 wegen Baufälligkeit abgetragen werden. Die neue Kirche wird am 15. Oktober 1840 eingeweiht. Im Januar 1945 werden Anstalt und Kirche bei den schweren Kämpfen um Gumbinnen stark beschädigt. Anschließend wird die Kirche - ohne Turm, mit einem notdürftigen Dach versehen - als Lager für die Straßenbauverwaltung genutzt.

Am 12. Mai 1967 bestellt das Amtsgericht in Bielefeld zur Ergänzung der beiden Mitglieder des Vorsteheramtes der STIFTUNG SALZBURGER ANSTALT GUMBINNEN, die die Wirren der Kriegs- und Nachkriegszeit überlebt hatten, auf die satzungsgemäße Anzahl von sechs Mitgliedern vier weitere Vorstandsmitglieder. Damit sind nach langem Kampf die rechtlichen Voraussetzungen zum Weiterleben der Stiftung gegeben. Vorsitzender des Vorsteheramtes wird Otto Nasner, dessen Nachfolger sind ab 1983 Gerhard Brandtner, von 1998 bis 2000 Gerhard G. F. Hoyer  und seit dem 8. Mai 2001 Reinhart Hundrieser.

1990 kann die Stiftung in Bielefeld ihr 250-jähriges Bestehen feiern. Dabei hält Dr. Werner Vogel, Direktor des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz in Berlin, den Festvortrag. In der Tradition der Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen besteht heute in Bielefeld das Wohnstift Salzburg.

Nach der Öffnung des heute zur Russischen Föderation gehörenden Königsberger Gebietes wird durch die Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen die Salzburger Kirche wieder aufgebaut und am 31. Oktober 1995 eingeweiht. Sie ist jetzt Gotteshaus der dortigen Ev.-Luth. Gemeinde. Wo früher die Gebäude der Salzburger Anstalt standen, stehen heute große Wohnblöcke, in deren lnnenhof sich aber noch die Eiche befindet, die 1782 anlässlich der 50-jährigen Wiederkehr der Einwanderung der Salzburger gepflanzt worden sein soll.

Am 1. Juni 1998 wird in Gumbinnen, heute Gussew, neben der Salzburger Kirche das Diakoniezentrum "Haus Salzburg" eröffnet, das hauptsächlich von Spenden aus dem Kreis der Nachkommen Salzburger Emigranten errichtet werden konnte. Diese Einrichtung verbessert die Infrastruktur der Stadt und des Umkreises und damit auch die medizinische Situation der heutigen Bewohner wesentlich. Im Winter 1998/99 wird im "Haus Salzburg" eine Armenspeisung für 69 besonders bedürftige Kinder und Jugendliche durchgeführt, die von der Stiftung initiiert und von ihr eingeholte Spenden finanziert wird. Darüber hinaus werden 93 Schüler einer Dorfschule in der Nähe der Stadt, auch aus Mitteln der Stiftung, mit Essen versorgt. Die Armenspeisung im "Haus Salzburg" wird auch im Winter 1999/2000 fortgesetzt.

Insbesondere über die Stiftung Salzburger Anstalt wird die Verbindung nach Gumbinnen gepflegt und erhalten.

Wenn Sie uns bei der aktuellen Arbeit helfen möchten, überweisen Sie Ihre Spende bitte an die STIFTUNG SALZBURGER ANSTALT GUMBINNEN auf eines der folgenden Konten:

allgemeine Spenden: Sparkasse Bielefeld, BLZ 480 501 61, Kto.Nr. 21 153 234; 
für die Armenspeisung: Bankhaus Hermann Lampe KG, BLZ 480 201 51, Kto.Nr. 170917.

Sofern Ihre Anschrift übermittelt wird, erhalten Sie eine Spendenbescheinigung, die das Finanzamt ggf. bei Ihrem Einkommensteuerbescheid berücksichtigt.

Zum 30. Juni 2000 sind Diakon Gerhard Hoyer als Vorsitzender des Vorsteheramtes der Stiftung Salzburger Anstalt Gumbinnen und Hans-Peter Boltz als dessen Stellvertreter zurückgetreten. Das Amt ruht zurzeit in Händen des neuen Stellvertreters Jürgen Lechelt, zugleich Vorstandsvorsitzender des Wohnstift Salzburg und Heimleiter in Bielefeld.

 

Das schlichte, schöne Bauwerk der Salzburger Kirche wurde einst von Preußens großem Baumeister Karl Schinkel (1781-1841) geschaffen. 1945 wurde es von den Sowjets zum Schuppen für den Straßenbau umfunktioniert. Aus Spendengeldern, aber vorwiegend aus Mitteln des Bundes und der evangelischen Kirche, konnte das Gotteshaus 1995 wiedererstehen und dient heute überwiegend den zurückgekehrten Rußlanddeutschen als Gemeindezentrum.


Salzburger Kirche u. Haus Salzburg

- e - zurück TOP